www.prag-czech.de       PRAG

 

Prag, die goldene Stadt an der Moldau hat sehr viel romantischen Flair, ähnlich wie Wien. Nur ist Wien größer, monumentaler, bombastischer. Prag ist überschaubar, auf eine wunderbare Art "altbacken" - ohne viele Bausünden. Die Stadt ist natürlich vom Tourismus geprägt, aber dieser wirkt dort nicht aufdringlich, sondern irgendwie eingepackt in die Gelassenheit einer großen älteren Dame.

Die Stadt wird durch die Moldau in zwei Bereiche geteilt:  die Burgstadt, oder Kleinseite   - und die Bürgerstadt, oder Altstadt. Beide Teile haben ihren Reiz, am reizvollsten ist aber  sicher die Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen: die Karlsbrücke. Um diese mal wirklich sehen zu können, muß man entweder sehr früh, oder nachts sehr spät an oder auf der Brücke sein. Tagsüber, egal bei welchem Wetter, sieht man von der Brücke nicht viel.  Da gibt es kaum einen Unterschied zur Fußgängerzone in Köln während des Sommerschlußverkaufs.

Die Bürgerstadt hat ihr Zentrum rund um den  Altstädter Ring mit dem Rathaus (mit toller , auf der Welt einmaliger astronomischer Uhr), der Teynkirche und dem Hus-Denkmal. Der benachbarte Kleine Ring soll nach Restaurierung ebenfalls ein Schmuckstück werden. Die Gassen und Gässchen in der näheren Umgebung der beiden Plätze sind einen Rundgang wert, außerdem finden sich auch da einige Restaurants. Da meine Tour nun doch schon ein paar Jahre zurück liegt, werde ich hierzu keine Empfehlungen abgeben.

Auf jeden Fall  sollte man den "Königsweg" - wie damals die Könige auch - zu Fuß  beschreiten. Dieer beginnt am Pulverturm (Aufstieg lohnt!) , führt dann durch die Zeltnergasse bis zum Altstädter Rathaus, von dort aus die Karlsgasse entlang zur Karlsbrücke, über diese hinweg bis hinauf zur Burg, zum Hradschin. Besonders der Teil des Königsweges zwischen Rathaus und Karlsbrücke ist wunderschön, man sollte sich für die kleinen Gässchen durchaus Zeit nehmen.

Die Kleinseite jenseits der Moldau erreicht man am besten (geografisch und optisch) über die Karlsbrücke . Auch hier lohnt meines Erachtens der Aufstieg auf den diesseitigen Brückenkopf, auf den Altstädter Turm, der einen schönen Blick über die Moldau und die Karlsbrücke bis hinauf zur Burg (Hradschin) bietet. Die Orientierung au f der Kleinseite ist durchaus einfach: bergab geht es  immer Richtung Moldau!

 

 

 

 

Die Burg , der Hradschin, ist ein riesiger Komplex (sogar das größte geschlossene Burgareal der Welt!) mit der Präsidentenkanzlei,  dem Erzbischöflichen Palais, der Nationalgalerie und der St.-Veit-Kathedrale. Das berühmte "Goldene Gässchen" ist nur was für Masochisten oder Ölsardinen. Ich bin nicht mal zwei Meter weit gekommen, da gab es keinen Zentimeter Platz zwischen den Menschen! Neben den grandiosen Bauwerken bietet der Hradschin immer wieder tolle Blicke über die Moldau und die Altstädter Seite. Hier ist aber auch das Motto gültig: der Weg ist das Ziel. Die unzähligen kleinen, schmalen, gepflasterten Gässchen, die sich den Burgberg hinauf  (und hinab) schlängeln, haben eben diesen extremen - oben schon  angesprochenen - romantischen Charakter, dem man sich nur schwer entziehen kann. Ich hätte mich da tagelang aufhalten können.

Zu den Hotels kann ich nichts sagen, da ich das Glück hatte, bei Freunden wohnen zu können. Das war zwar  etwas  ausserhalb ,  aber dadurch habe ich auch mehr als nur das historische Zentrum der Stadt gesehen. Durch den Kontakt zu den Freunden in Prag weiß ich, dass dort eine Menge renoviert und restauriert wird, und dass ich Prag selbst nach nur zwei Jahren kaum wieder erkennen könnte. Ich hoffe nur, dass der ganz spezielle Charme der Goldenen Stadt nicht wegrestauriert wird - das wäre jammerschade !

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