...zum Fotografieren an sich

        - Wie entsteht ein Foto?

        - Komposition

        - Bildausschnitt

        - Schärfe

        - Material


Wie entsteht ein Foto?


Eigentlich braucht man nur eine Schachtel, möglichst l
ichtdicht mit einem Loch und ein Medium an der dem Loch gegenüber liegenden Innenwand, welches das einfallende Licht aufnimmt.

Auch wenn das ziemlich vereinfacht ausgedrückt ist, ist es im Prinzip richtig. Es geht darum, eine Lichtsituation (Aufnahme) festzuhalten, also richtig zu belichten. Zur Wiedergabe einer solchen Situation ist es notwendig, eine genau bestimmte Menge Licht auf das Medium (Film) zu bannen.

Wenn die für jede Aufnahme jeweilig notwendige Menge Licht auf den Film fällt, haben wir als Resultat gute Fotos. Damit haben wir aber auch zwei Probleme: wer bestimmt, welche Menge die richtige ist, und wie optimiere ich den Lichteinfall?

Die Frage nach der richtigen Menge ist heutzutage kein Problem mehr:
digital oder analog -  die Belichtungsmessung der aktuellen Kameras, selbst bei einfachen Sucherkameras, nimmt uns die Belichtungsmessung ab.  Die Umsetzung der Messergebnisse hat jedoch entscheidenden Einfluss auf die Fotografie. Das Licht braucht nämlich bei einer kleinen Blendenöffnung mehr Zeit, um die errechnete Menge auf dem Film zu erreichen und anders herum immer weniger Zeit, je weiter die Blende geöffnet ist!

Dummerweise hängt von der Größe der Blendenöffnung die Tiefenschärfe ab. Tiefenschärfe ist der Entfernungsbereich, in der das Bild scharf ist. Das heißt: je kleiner die Blendenöffnung ist, desto "tiefer" ist das Bild scharf! Es wird nicht nur die Nasenspitze, sondern das ganze Gesicht und der Hintergrund scharf. Um also einen möglichst großen, weiten, tiefen Bereich des Fotos scharf zu bekommen, wähle ich  eine möglichst kleine Blendenöffnung. Leider sind damit aber dann wieder recht lange Belichtungszeiten notwendig, um die richtige Menge Licht einzufangen. Und damit steigt die Verwacklungsgefahr.

Wer mehr Schärfe möchte - und wer will das nicht- sollte sich angewöhnen, viel vom Stativ aus aufzunehmen. Ich schleppe meine Stative ja auch nicht nur aus Jux und Dollerei oder zur Angabe mit mir herum!  Wer allerdings kein Stativ hat, oder es nicht mit sich tragen will, sollte zumindest höher empfindliche Filme wählen, um die Belichtungszeiten zu verkürzen. Die heutigen Filme sind auch bei hoher Auflösung nicht mehr so körnig wie früher, so dass problemlos 200er oder sogar 400er Filme verwendet werden können. Mit der Tiefenschärfe kann man natürlich auch offensiv umgehen, in dem man eine große Blendenöffnung wählt, um nur einen ganz bestimmten Teil eines Bildes scharf zu bekommen. Wenn dann der Hintergrund unscharf wird, wird dieser oft ruhiger und lenkt damit nicht mehr vom Hauptmotiv ab.

Die Schärfe eines Bildes ist mit das wichtigste! Aber die Bildaussage auch!

Ich gehöre noch zu den Fotografen, die die klassischen Regeln anwenden. Oft wird in Fotozeitschriften "die neue" Art des Fotografieren gefeiert, aber ich kann das dann nicht immer  nachvollziehen. Jeder muss seinen eigenen Stil, seinen eigenen Blick entwickeln. Natürlich sollte man sich weiterentwickeln und Neues ausprobieren. Deswegen sehe ich mir gerne Kataloge von Wettbewerben (am liebsten die, in welchen ein Foto von mir dabei ist - das sind aber noch nicht so viele!) an, denn da kann man Ideen sammeln oder auch verwerfen! Manchmal frage ich mich auch, warum gerade dieses eine Foto gewonnen hat - aber Geschmack ist nun mal sehr individuell, und das ist auch gut so! Genau so gerne sehe ich mir Bildbände von Profis an, da kann man immer eine ganze Menge lernen.

Bei der Arbeit mit der Kamera sollte variiert werden: das Hauptmotiv nicht immer in die Mitte setzen # den Hintergrund eventuell mittels Unschärfe wirklich "in den Hintergrund" verlegen # mal auch ein Nebenmotiv in den Vordergrund rücken # Linien, die die Bildaussage bestimmen, mal aus einer Ecke des Bildes herauslaufen lassen # sich verschiedene Standorte ansehen # das gleiche Bild bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen machen , usw........ Ich bringe meine Frau immer schier zur Verzweiflung, wenn ich mehrfach um ein "Objekt" rumschleiche, um die beste, oder einfach mal eine andere Perspektive zu finden. Das dauert manchmal etwas länger.....aber lohnt sich eigentlich immer.

Das Material ist natürlich auch wichtig, aber nie entscheidend. Sowohl die Kamera, als auch das Filmmaterial wird immer nach sehr subjektiven Gesichtspunkten ausgesucht und sollte einfach dem Bedarf (Kamera) und den aktuellen Gegebenheiten (Filmempfindlichkeit) angepasst werden. Ich selbst benutze fast ausschließlich Diafilme der Marke Fuji. Das soll hier keine Schleichwerbung sein! Auch andere Hersteller wie Kodak oder AGFA haben sehr gutes Filmmaterial. Fuji gefällt mir von der Farbgebung am besten und die Qualität hat mich noch nie enttäuscht. Bei schwarz/weiß Filmen benutze ich allerdings Kodak (Negativ) und AGFA (Dia). Wenn ich auf Tour bin, habe ich immer eine Menge 100er, einige 400er (fürs Tele, weil "lichtschwächer"), aber auch ein oder zwei 50er dabei. Mit letzteren kann man auch bei Tageslicht längere Belichtungszeiten generieren, um z.B. Wasser auch mal fließend aufnehmen zu können. Das geht dann aber wirklich nur mit Drei-Bein-Stativ!  

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