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                       ALGARVE

Ich war bisher zwei Mal an der Algarve in Urlaub und bin begeistert gewesen. Nicht nur vom Wetter: beides Mal war ich im Oktober da und es war mir jedes Mal eher zu warm als zu kalt.

In meinen ersten Urlaub hatte ich im Hinterland von Loule in einem alten Herrenhaus Station gemacht. Das war grundsätzlich schön, tolles Haus, super Service - aber auch dem entsprechend teuer und es war weit, zu weit weg vom Meer.

Deswegen bin ich in meinem zweiten Urlaub dann auch konsequenter Weise am Meer geblieben und zwar in Lagos - dazu später.

Nach meiner Ankunft in Faro und anschließender Übernahme des Mietwagens wusste ich sehr schnell, dass ich vor allem eins brauche: eiserne Nerven. Wer schon mal mit dem Auto im Rom oder Mailand war und das überstanden hat, der hat einen leisen Vorgeschmack auf das, was in im Süden Portugals erwartet.

Es ist der helle Wahnsinn, als hätten sich alle suizidgefährdeten Portugiesen dazu entschlossen, auf der Straße zu sterben. Oder es zumindest zu versuchen.  Die fahren alle nach dem Motto: "Wer bremst ist ein Feigling" und "Ich bremse nicht für Touristen"!!!

Überholt wird grundsätzlich erst dann, wenn Gegenverkehr kommt oder vor einer nicht einsehbaren Kurve. Die absolute Horrorfahrt war nachts die Rückkehr aus Lissabon auf einer schmalen, kurvigen und nicht gekennzeichneten Straße. Kein Mittelstreifen und kein Seitenstreifen, dafür aber den Kühlergrill eines bzw. mehrerer Portugiesen an meiner hinteren Stoßstange!!

Aber davon abgesehen kommt man an der Algarve bestimmt auf seine Kosten: die Kombination von gutem Wetter mit traumhaften Stränden, netten Leuten (wenn sie nicht gerade Auto fahren !) und ausgezeichnetem Essen macht Laune. Ein aufgeschlossener Urlauber findet im Hinterland noch eine Menge ursprüngliches Portugal und am Meer jede Form von Urlaubstrubel, die er sich wünschen kann. Insbesondere die vielen kleinen versteckten Strände, die man oft nur mit dem Boot erreichen kann, sind kleine Teile vom Paradies.

Wer sich genau umsieht, kann an der Algarve eine interessante Beobachtung machen: jedes Haus hat einen Kamin und jeder dieser Kamine ist auf seine Art ein Schmuckstück. Diese Schornsteine stammen aus der Zeit der Mauren und waren ein Status-Zeichen. Wer reich oder weniger reich war, konnte man in der Regel an der Größe und Ausstattung des jeweiligen Schornsteins erkennen.

Das Essen in Portugal ist sehr abwechslungsreich und natürlich eher an Meeresfrüchten orientiert. Hummer ist vergleichsweise günstig und ein frisches Thunfischsteak ist eine Delikatesse. Die besten Tipps bez. Restaurants erhält man in der Regel von Einheimischen. Aber hier ein wichtiger Hinweis: nur wer sehr gute Verbindungen zur Feuerwehr hat, sollte "Pollo-piri-piri" essen - denn das brennt höllisch und sehr lange!

 

 

Faro hat neben dem Flughafen, an dem fast alle Urlauber ankommen, eine kleine, aber bezaubernde Altstadt mit einer Fußgängerzone, die mit ihren vielen Geschäften, Cafes und Restaurants zum Bummeln einlädt. Das hat alles ein wenig von Palma de Mallorca, wobei in Palma die prächtigeren Paläste zu bewundern sind.

Östlich von Faro an der Küste entlang gibt es zwei lohnende Ziele: Tavira und Olhao.             In Tavira führt eine alte römische Brücke über den Gilao und einige Gebäude lassen den Glanz der ehemaligen Maurenhauptstadt erahnen.

Olhao liegt nur ca. 10 km östlich von Faro und ist ein ganz einzig- und eigenartiges Städtchen an der Algarve. Die Häser sind sämtlich im kubischen Stil erbaut, weiße Würfel mit wenig Fenstern, um der Hitze zu trotzen - man fühlt sich fast nach Nordafrika versetzt. Die Stadt ist sehr ruhig und beschaulich, nur wenige Touristen laufen hier frei herum.

Das Hinterland von Faro bietet eine Menge Abwechslung. Viel Wald und unzählige Obstplan- tagen zeigen ein grünes Landschaftsbild, was man - zumindest im Oktober - an der Küste nicht vorfindet. Eine Rundfahrt über Loule, Querenza, Salir und Alte hin zum Monchique und zurück über Silves sollte auf jeden Fall eingeplant werden.

 

 

Der westliche Teil der Küste von Faro bis zum Cabo de Sao Vicente ist das Herz der Algarve.

Hier sind neben den Traumstränden auch die schönsten und schrecklichsten Orte vereint. Vilamoura ist eine Stadt aus der Retorte: der Hafen und die Architektur sind sehr modern aber gefällig und mit eigenem Reiz.  Nicht weit davon lieget der Golfplatz von Vale do Lobo. Hier wird direkt oberhalb der Steilküste am Klippenrand abgeschlagen und eingelocht.

Für Golfer ist die Algarve ein Paradies, in dem einige landschaftlich sehr reizvolle Plätze bei bestem Wetter viele Golfer anziehen. Für mich ist der Sport leider nichts, denn mein Handicap ist - mal vom Schläger abgesehen - der zu kleine Ball und das viel zu weit entfernte Loch!

Direkt neben Vilamoura erstreckt sich der Praia de Falesia. Das ist ein wunderschöner, langer und breiter Sandstrand der von roten Felsen eingerahmt wird - unbedingt hinfahren!        

Die Stadt Albufeira ist ganz schön, aber Tourismus pur! Die Fußgängerzone mit den vielen kleinen Boutiquen und Souvenirläden ist brechend voll und unten am Strand steppt der Bär. Disco an Disco! Es wird auch schon der Ballermann der Algarve genannt.

Die Stadt Armacao de Pera ist neben Portimao mit das schrecklichste an Beton-Bausünden, die ich je gesehen habe - aber der Strand lohnt einen Besuch. Nicht weil der so besonders schön wäre, sondern weil dort kleine Boote gechartert werden können, die einem die Grotten in der Steilküste zwischen Armacao de Pera und Carvoeiro erschließen.

Und diese Tour empfehle ich wirklich jedem, der nicht seekrank wird. Die Höhlen in der Steilküste sind wunderschön und imposant - es lohnt sich auf alle Fälle.

Mit etwas Verhandlungsgeschick sollte man ausgestattet sein, damit man nicht die anfänglich überhöhten Preise bezahlt. Ein wichtiger Tipp: nehmt auf jeden Fall so ein kleines Fischer- boot am Strand und nicht die größeren Ausflugsschiffe, die z.B. in Carvoeiro angeboten werden. Denn diese könne in die wenigsten Grotten hineinfahren und nur das macht Sinn. Manchmal fährt das Boot auf eine winzige Öffnung in der Felswand zu und man rutscht mit eingezogenem Kopf durch ein Wellental in eine richtige Traumwelt ! Unbedingt machen!!!!!

 

 

 

 

 

 

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Carvoeiro ist auch einen Abstecher wert. Das kleine malerische Städtchen ist in einer Bucht an einen Hügel oberhalb des Meeres geschmiegt und besitzt einen eigenen kleinen Strand. Dort am Strand kann bzw. konnte man in einem kleinen Restaurant hervorragend essen. Allerdings war der Ort fest in englischer Hand - wer´s mag......

Über die Stadt Portimao braucht man gar nicht nachdenken, sie ist zu groß und zu häßlich. Aber sie hat ein Highlight: der Strand vor Portimao ist ein Traum. Der Praia da Rocha ist durch unzählige Felsen am Strand und im Wasser einfach nur schön. Jeder findet dort ein ruhiges, abgeschirmtes Plätzchen und obwohl der Strand voll ist, ist man für sich!

Direkt östlich neben Portimao hat ein kleines Fischerdorf seinen ganzen Charme erhalten und bildet somit einen starken Kontrast zu der in Sichtweite liegenden modernen Stadt. Für das beschauliche Dorf Alvor sollte man auf jeden Fall Zeit  einplanen, es wird belohnt.

Weiter westlich liegt die Stadt Lagos, die ich zu meinem Quartier gemacht hatte. Die Stadt hat eine sehr große Fußgängerzone mit unendlich vielen Läden und Restaurants, ist sicher auch touristisch - aber auf eine nette Art.

Das Angebot an Hotels bzw. Ferienwohnungen ist groß, der Ort liegt mitten im attraktiven Teil der Algarve und ist wirklich hübsch (was meine Bilder nicht unbedingt zeigen!). Neben schönen Stränden ( besonders Praia da Dona - der bei Flut in zwei Strände geteilt wird!)  gibt es mit der Ponta da Piedade eine bizarre Felslandschaft, die man mit dem Boot erforschen kann und auch sollte.

Die Strände von Luz und Burgau sind auch zu empfehlen, danach ist in Sagres erstmal Schluß mit sanften Sandstränden und auch Schluß mit dem Mittelmeer.

Am Cabo de Sao Vicente ist die Mittelmmerküste zu Ende und der westlichste Punkt der Algarve erreicht. Von dort aus geht es nur noch oberhalb einer schroffen Steilküste mit unzugänglichen Stränden nordwärts.

Der letzte zugängliche Sandstrand liegt unterhalb der Fortaleza do Infanta. Diese Schule des Seefahrer- Prinzen stand auf einem Hochplateau, von dem aus man den stärksten Leuchtturm Europas sehen kann. Der Sandstrand ist aber aufgrund des starken Wellengangs und der damit verbundnen Strömung sehr gefährlich - deswegen bitte nur sonnenbaden!!!

Aber ich saß lange an diesem Strand, von welchem angeblich die großen portugiesischen Seefahrer gestartet sind und habe der Brandung gelauscht und bin dort wirklich zur Ruhe gekommen. Sowohl der Leuchtturm als auch die Steilküste ist auf jeden Fall einen Ausflug wert - es ist stellenweise atemberaubend, mit welcher Kraft sich das Meer an die Felsküste wirft.

Ich werde mit Sicherheit noch mal an die Algarve zurückkehren - aber dann wird es im Frühjahr sein, damit ich die Küstenregion auch mal im grünen Kleid bewundern kann!!!